Chronik
Wer den Namen "Cannstatter Bläserkreis" zum ersten Mal hört, denkt zunächst an eine kleine Gruppe von Kirchenmusikern, die bei festlichen Anlässen den Gottesdienst mitgestaltet. Genau dies war eigentlich auch die Intention der Vereinsgründer. Um so erstaunlicher ist deshalb auch die bisherige Entwicklung des noch relativ jungen Musikvereins, der mittlerweile in der Musikszene von Bad Cannstatt zu einer festen Größe geworden ist.
Zu viert hatten sie damals angefangen: Ewald Renz, Gerhard König, Uli Walter und Theo Stein, der als Lehrer und Vollblutmusiker auch die musikalische Leitung übernahm. Sie kauften die ersten Instrumente und begannen mit dem Üben. Schon bald spielten die vier zum ersten Mal bei einem Gottesdienst. Aus den Musikern der ersten Stunde wurde ein Doppelquartett, später kamen die ersten Holzbläser dazu und ein kleines Orchester entstand. Bald fanden sich auch Stücke aus der Unterhaltungsmusik und der Volksmusik im Repertoire.
Am 20. November 1974 fand im Heimgarten Lerchenheide in Bad Cannstatt die Gründungsversammlung statt. Der erste Vereinsvorsitzende Ewald Renz nannte als Ziele und Aufgaben des Vereins die Pflege der sakralen Musik und der Volksmusik. Man wolle Musikfreunde zusammenführen und die Jugend für die Blasmusik begeistern.
Nach wie vor führte Theo Stein den Dirigentenstab. Unter seiner musikalischen Leitung wuchs das Orchester kontinuierlich weiter. Die Zahl der Musiker stieg stetig, die musikalischen Möglichkeiten konnten erweitert werden. Es folgten erste größere Auftritte, auch außerhalb der Gemeinde und bei Auslandsreisen, sowie die Teilnahme an Wertungsspielen. Dabei blieben die konzertante Blasmusik und die Kirchenmusik immer ein wichtiger Bestandteil der musikalischen Arbeit.
Nach zwei Amtszeiten übergab Ewald Renz 1982 den Vereinsvorsitz an Karl Förderer, der dieses verantwortungsvolle Amt die nächsten 16 Jahre innehatte.1989 musste Theo Stein aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Die junge Vizedirigentin Anette Bantel führte die Arbeit in den nächsten beiden Jahren in seinem Sinne weiter.
Im Januar 1992 übernahm Ralf Göltenbodt die musikalische Leitung des Cannstatter Bläserkreises. Die Zusammenarbeit erwies sich als äußerst erfolgreich. In den Jahren seiner Dirigentschaft stieg die Zahl der Aktiven von anfangs etwa 35 auf inzwischen über 60 Musikerinnen und Musiker. Mit sicherer Stabführung, hervorragenden Kenntnissen der Musikliteratur und feinem pädagogischen Gespür führte er den Cannstatter Bläserkreis von einer normalen Blaskapelle zum symphonischen Blasorchester. Unter der Leitung von Ralf Göltenbodt spielte der Cannstatter Bläserkreis 1994 erstmals ein Wertungsspiel in der Oberstufe.
Ein bedeutendes Ereignis in der Vereinsgeschichte war das glanzvolle Festkonzert im Wilhelmatheater zum 20-jährigen Vereinsjubiläum im November 1994. In den letzten Jahren hat der Cannstatter Bläserkreis seine Aktivitäten weiter ausgedehnt. Konzerte im Stuttgarter Umland und ein Gemeinschaftskonzert mit dem Schulchor eines Cannstatter Gymnasiums erhöhten den Bekanntheitsgrad des Orchesters.1997 übernahm Gerhard Armbruster den Vereinsvorsitz. Im darauffolgenden Jahr nahm der CBK erstmals an einem Wertungsspiel auf Landesebene teil.
Einen weiteren Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte bildeten die Festlichkeiten zum 25-jährigen Vereinsbestehen im Mai 1999. Diese wurden zusammen mit der Bundesmusikkapelle Brandberg aus Tirol gefeiert. Mit der Kapelle aus dem nahe bei Mayrhofen gelegenen Bergdorf Brandberg pflegt man schon seit über 20 Jahren eine enge Freundschaft. Die ersten Kontakte wurden zwischen den beiden leider zu früh verstorbenen Brandberger Freunden Hubert Weißenbacher und Gottfried Anker und unserem Gründungsmitglied Gerhard König geknüpft.